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China Kultur
   
 

China Kultur

China gehört zu den Geburtsorten der Menschheit. Beweisstücke, die fast jede Periode der Entwicklungsgeschichte der Menschheit bestätigen, wurden in China freigelegt. So gibt es in China mehr als 200 Fundstätten aus der Altsteinzeit. Der erste primitive Mensch, von dessen Existenz man in China weiß, war der Yuanmou-Mensch. Seine fossilen Reste wurden in Yuanmou, Provinz Yunnan, entdeckt. Er lebte vor rund 1,7 Millionen Jahren. 1929 wurde in einer Höhle auf einem Hügel namens Longgushan (Drachenknochen-Hügel) in Zhoukoudian bei Beijing das Fossil einer unbeschädigten Schädeldecke eines Affenmenschens gefunden, was großes Aufsehen in der ganzen Welt erregte. Das Alter des Peking-Menschen (Sinanthropus pekinensis) wurde auf 700000 bis 200000 Jahre bestimmt. Die Peking-Menschen führten ein äußerst mühseliges Leben in primitiven Gemeinschaften. Tagsüber sammelten sie Pflanzen und jagten Tiere. Sie waren bereits in der Lage, Steingeräte herzustellen und zu verwenden. Eine große Menge Asche wurde in den von Peking-Menschen bewohnten Höhlen entdeckt. Das beweist, dass sie Feuer nutzen konnten. Die Asche enthielt Reste verbrannter Tierknochen. Vor rund 8000 Jahren erfolgte der Übergang in die Jungsteinzeit. Die Menschen konnten durch Schleifen und Schaben Steinwerkzeuge herstellen. Sie beschäftigen sich nicht mehr nur mit dem Jagen und Fischen, sie begannen Pflanzen anzubauen und Tiere zu züchten. So konnten sie allmählich sesshaft werden. Die natürlichen Bedingungen in Chinas weiten Gebieten, insbesondere in den Gebieten entlang des Gelben Flusses und des Yangtse, sind günstig für den Ackerbau. Im Einzugsgebiet des Gelben Flusses wurden schon sehr früh Hirse (Panicum miliaceum) und Kolbenhirse (Setaria italica) angebaut, im Einzugsgebiet des Yangtse Wasserreis. Aber auch im Einzugsgebiet des Flusses Liaohe in Norden und in Südchina wurden Zeugnisse landwirtschaftlicher Betätigung vor 7000 Jahren entdeckt. In der Frühzeit der Jungsteinzeit lebten die Menschen in China in einer matriarchalischen Gesellschaft. Die Kennzeichen einer matriarchalischen Gesellschaft treten in der Yangshao-Kultur (5000-3000 v. Chr.) im Einzugsgebiet des Gelben Flusses besonders deutlich zutage. Der Name dieser Kultur kommt vom Dorf Yangshao des Kreises Mianchi, Provinz Henan, wo sie zuerst entdeckt wurde. Die Yangshao-Kultur umfasst mehrere Kulturen aus der gleichen Periode, die aber in unterschiedlichen Gebieten entdeckt wurden. Dazu gehört u. a. die Fundstelle Banpo bei Xi´an, Provinz Shaanxi. Dabei handelt es sich um ein typisches neolithisches Dorf mit Resten der Yangshao-Kultur, u. a. bemalte Keramiken. Eine große Menge von keramischen Gefäßen wurden dort ausgegraben. Die meisten davon sind gut genug erhalten, um einen Eindruck von der bemerkenswerten Leistungsfähigkeit zu vermitteln, die das keramische Handwerk in der Yangshao-Kultur schon erreicht hatte. Die vorherrschende Farbe ist Rot. Darauf hat man mit weißer oder schwarzer Farbe geometrische Muster, später dann Fisch- oder Menschenmotive gemalt. Die keramischen Gefäße dienten zur Aufbewahrung von Nahrung und zum Kochen, aber auch zu Bestattungszwecken. In einem Keramiktopf wurden Gemüsesaaten gefunden. Außerdem hat man ein Spinnrad freigelegt, mit dem Leinen gesponnen wurde. Der am gründlichsten erforschte Fundort der Yangshao-Kultur weist eine deutliche räumliche Trennung zwischen Wohnbezirken, Keramik-Brennöfen und Grabstätten auf. Im Mittelpunkt dieser Siedlungsanlage befindet sich ein großer Gemeinschaftsbau.

China Kulturreisen

Ausländische Touristen interessieren sich nicht nur für die Große Mauer, die Terrakottaarmee und die Landschaft von Guilin, sondern auch für die Chinesen. Sie möchten wissen, wie die Chinesen, die auf eine 7000jährige Zivilisation zurückblicken können, unter dem sozialistischen System leben und worin der Unterschied zwischen ihnen und den Chinesen hinsichtlich der Wertvorstellung, Sitten und Gebräuche sowie der Lebensweise besteht. Sie möchten durch die Reise nach China eine Antwort auf diese Fragen finden. China Reisen ermöglichen den Blick auf eine jahrtausendealte Zivilisationsgeschichte mit einer ebenso langen Tradition. Eine amerikanische Reisegruppe von Fotografen besuchte den Kaiserpalast. Aber sie fotografierten hauptsächlich nicht die antiken Bauten, sondern vielmehr die Chinesen, die den Kaiserpalast besichtigen. Während der Bootsfahrt durch die Drei Yangtse-Schluchten wollen ausländische Touristen lieber sich mit Dolmestern, Reiseführen oder Matrosen unterhalten, als zu tanzen oder in die Karaoke-Bar zu gehen. Sie möchten u.a. wissen, wie die drei oder vier Generationen miteinander auskommen, wenn sie unter einem Dach leben; wie die Chinesen ihre Einnahmen und Ausgaben verteilen; wie die Chinesen ihre Freizeit verbringen; wie die jungen Männer und Frauen ihre Bekanntschaft machen und wie hoch die Eheschließungs- und Scheidungsrate in China. Der Eindruck der ausländischen Touristen von den verschiedenen Orten Chinas hängt von dem Eindruck, den die lokale Bevölkerung auf sie gemacht hat,ab. Obwohl es Shanghai an natürlicher Landschaft und historischen Senenswürdigkeiten mangelt, schätzen die ausländischen Touristen ihre Reise nach Shanghai recht hoch ein, denn sie meinen, die Shanghaier seien aufgeschlossen. Sie können sich im "Bund“ oder in Parks auf Englisch mit ihnen unterhalten, und wenn sie nach dem Weg fragen, bekommen sie oft eine freundliche Antwort. Im Sommer sind die Türen und Fenster der an den Straßen liegenden Wohnhäuser offen. Das gewährt ihnen einen Einblick in den Alltag der Shanghaier Einwohner. Deshalb sind die ausländischen Touristen der Meinung, sie könnten in Shanghai leicht in Kontakt mit gewöhnlichen Leuten kommen. Im Hinblick auf diese psychischen Bedürfnisse der ausländischen Touristen liegen die chinesischen Reisebüros Wert darauf, bei der Entwicklung touristischer Programme die chinesischen Sitten und Gebräuche zu zeigen. In Wuxi z.B. wird den ausländischen Touristen das Programm "Bootsfahrt auf dem alten Großen Kanal" angeboten. Das Vergnügungsboot fährt langsam auf dem über 1000 Jahre alten Kanal. An den beiden Ufern des Kanals reihen sich Wohnhäuser aneinander. Vom Boot aus können die Touristen sehen, wie die alten Männer Vögel füttern und Blumen gießen, wie die alten Frauen Wäsche waschen und Gemüse putzen und wie die Kinder ihre Hausaufgaben machen oder spielen. Manchmal winken ihnen diese Alten ihnen diese Alten und Kinder zu, was ihnen große Freude bereitet. Sie versammeln sich am Bug oder Heck, um diese netten Leute zu fotografieren. Im Boot und an den Ufern herrscht eine freundschaftliche Atmosphäre. In Peking wird für die ausländischen Touristen eine "Rundfahrt durch Gassen" organisiert. Die Touristen sitzen behaglich auf einem offenen Dreirad und fahren durch alte, enge Gassen. Im Winter können sie sehen, wie sich alte Leute in den Gassen zusammenfinden, um sich zu sonnen und miteinander zu plaudern, und wie junge Mädchen mit Gummibändern springen. Im Sommer können sie das Zikadenfiedeln auf den Bäumen in den Gassen und den Ruf der Straßenhändler, die Wassermelonen feilbieten, hören. Arrangiert durch das Reisebüro, steigen die Touristen irgendwo ab und treten in einen traditionellen Wohnhof ein, wo sie vom Hausbesitzer freundlich aufgenommen werden. Sie können sich mit ihm bei Tee unterhalten oder Jiaozi (mit kleingehacktem Fleisch oder Gemüse gefüllte halbmondförmige Nudelteigtaschen) machen und dabei die Gastfreundlichkeit der Pekinger am eigenen Leib erfahren. In Shanghai können ausländische Touristen als Gast in einer normalen Familie einen Tag verbringen. Sie können in einem alten Haus in einer Gasse oder in einem neu gebauten Hochhaus wohnen. Morgens bringen sie mit dem Gastgeber zusammen dessen Kind zum Kindergarten, dann gehen sie mit ihm zum Gemüsemarkt, um Einkäufe zu machen. Dabei können sie wie Chinesen mit den Verkäufern um den Preis feilschen. Nach der Heimkehr gehen sie mit dem Gastgeber in die Küche, um Speisen zuzubereiten. Sie können von ihm Kochkunst erlernen und dann, wenn das Essen fertig ist, eine Hausmannskost einnehmen, wie man sie im Restaurant nicht bekommt. Am Nachmittag plaudern sie mit dem Gastgeber über Familienangelegenheiten, und am Abend, wenn die anderen Familienangehörigen von der Schule oder der Arbeit zurückgekommen sind, essen sie mit ihnen zusammen das Abendbrot. Nach dem Abendessen sehen sie nach der Gewohnheit der Chinesen fern, wobei sie mit dem Gastgeber plaudern und Melonenkerne knabbern. Für viele ausländische Touristen ist dieses Erlebnis der Höhepunkt ihres Aufenthalts in China und für sie unvergesslich. China ist ein Land von großer territorialer Ausdehnung. Die Gewohnheiten in Norden und Süden, an der Küste und im Landesinnern sind sehr verschieden und weisen jeweils ihre Besonderheiten auf. Auf die Forderung der Touristen hin organisieren die Reisebüros für sie die Besichtigung von Fabriken, Dörfern, Kindergarten, Altersheimen, Bauernmärkten usw., damit sie das Leben der Chinesen kennen lernen können.

Wenn ausländische Touristen während ihres Aufenthaltes in China auf ein traditionelles chinesisches Fest stoßen, so ist es für sie eine angenehme Überraschung. Das wichtigste und längste Fest in China ist das Frühlingsfest, das Neujahr nach dem chinesischen Mondkalender. Es findet normalerweise Ende Januar oder Anfang Februar statt. Es ist wie Weihnachten im Westen ein Familienfest. Aus Anlass dieses Festes kommen die Familienangehörigen, die auswärts sind, nach Möglichkeit zurück, um mit den anderen Familienangehörigen zusammenzutreffen. Am Silvesterabend sitzt die ganze Familie am Tisch und isst Jiaozi (in Nordchina) oder ein Festessen (in Südchina). Dann sieht sie sich ein Sonderkulturprogramm im Zentralen Fernsehen an. An vielen Orten werden Feuerwerkskörper oder Leuchtraketen abgebrannt. Während des Frühlingsfestes statten Verwandte und Freunde ab oder tauschen über das Telefon Grüße aus. Die Kinder tragen neue Kleider aus und bekommen von den Erwachsenen Geldgeschenke, mit denen sie sich selbst etwas Schönes kaufen können. Während des Frühlingsfestes werden überall in China Feierlichleiten veranstaltet. An vielen Orten werden Gongs und Trommeln geschlagen, man führt einen Löwentanz auf oder geht auf Stelzen. In Peking und anderen Städten finden traditionelle Tempelmärkte statt, wo man verschiedene volkstümliche Darbietungen bewundern, lokale Imbisse kosten oder traditionelles Kunsthandwerk kaufen kann. Wenn ausländische Touristen mit den lokalen Bewohnern zusammen diese Tempelmärkte besuchen, können sie die feierliche Atmosphäre miterleben. Das Laternenfest fällt auf den 15. Tag des ersten Monats des Mondjahres. Zur traditionellen Festspeise gehören kleine, mit einem Gemisch aus Zucker und Sesam gefüllte Teigbällchen, die "Yuanxiao" (in Nordchina) oder "Tangyuan" (in Südchina) heißen. Sie sind ein Symbol für Familientreffen und Glück. Deshalb heißt dieses Fest auch "Yuanxiao-Fest". Man besucht die Laternenausstellung, spielt mit Drachenlaternen und tanzt Yangge (ein ländlicher Volkstanz). Die Laternenausstellung von Quanzhou, Provinz Fujian, und von Zigong, Provinz Sichuan, sind landesweit bekannt. Das Drachenbootfest fällt auf den 5. Tag des fünften Monats des Mondjahres. Der Ursprung dieses Festes geht auf den Selbstmord des Staatsmannes und Dichters Qu Yuan (378 - 340 v.Chr.) zurück, der sich im Miluo-Fluß in der Provinz Hunan ertränkte, um auf diese Weise gegen Bestechung und Misswirtschaft am Königshof zu protestieren. Zu seinem Gedenken feiert man dieses Fest. An diesem Tag organisiert man eine Drachenboot-Regatta und isst in Bambus- oder Schilfblätter eingewickelte Klebreisklößchen. Deshalb heißt dieses Fest "Drachenbootfest". Der achte Monate des Mondjahres liegt im Herbst. Das Mondfest fällt auf den 15. Tag des achten Monats. Deshalb heißt das Fest im Chinesischen "Zhongqiu-Fest" (Mitherbstfest). An diesem Tag ist der Mond besonders rund und besonders hell. Die Familien versammeln sich am Abend, um im Kreis der Angehörigen Mondkuchen zu essen. Die runden Mondkuchen symbolisieren sowohl den vollen Mond als auch das Zusammensein im Kreise der Familie. In Hangzhou, Provinz Zhejiang, und Wuxi, Provinz Jiangsu, wird für die ausländischen Touristen eine Bootsfahrt auf dem Westsee bzw. auf dem Taihu-See organisiert. Während der Fahrt können sie den Mond betrachten, Mondkuchen essen und Gesang- und Tanzdarbietungen bewundern. Das bereitet ihnen ein großes Vergnügen. Ferner feiert man in China andere nationale Feste, wie z. B. den Neujahrestag (1. Januar), den Internationalen Tag der arbeitenden Frau (8. März), den Internationalen Tag der Arbeit (1. Mai), den Internationalen Kindertag (1. Juni), den Tag der Lehrer (10.September),den Nationalfeiertag (1. Oktober) und das Chongyang-Fest (9. des neunten Monats des Mondjahres), an dem man einen Berg besteigt, um von der Höhe aus die Aussicht zu genießen. China ist ein Nationalitätenstaat. Neben der Han-Nationalität gibt es 55 nationale Minderheiten, deren Sitten und Gebräuche vielfältig sind. Diese leben hauptsächlich in den nordöstlichen, nordwestlichen und südwestlichen Grenzgebieten, die den ausländischen Touristen zugänglich sind. Ausländische Touristen können ihre Dörfer besuchen, um ihre Bräuche kennen zu lernen. Wenn man in Xishuangbanna in der südwestchinesischen Provinz Yunnan in ein Dorf der Dai-Nationalität eintritt, springen einem die schön geformten Baubushäuser ins Auge. Diese zweistöckigen Häuser ruhen auf mehreren Holzpfeilern und sind mit einem Strohdach bedeckt. Sie sind von Bambuszäunen umgeben und heben sich von den grünen Bananenbäumen und Bambushainen ab. Die Männer der Dai-Nationalität haben die Gewohnheit, sich tätowieren zu lassen. Sie tragen eine weiße, in der Mitte geknöpfte Jacke und einen weißen Turban. Die Frauen tragen eine enganliegende Weste und einen farbenprächtigen, langen Rock. Ihre Haare sind zu einem hohen Knoten gebunden, in dem frische Blumen stecken. Sie sind von schlanker Gestalt und haben einen federnden Gang. In der Abenddämmerung stehen sie in einem seichten Fluß und wachsen ihre schönen, langen Haare. Dann sehen sie besonders anmutig aus. Die Dai-Nationalität bekennt sich zum Hinayana-Buddhismus. Die Dai meinen, daß die Familie die Quelle der Leiden sei. Deshalb müssten die Männer eine Zeitlang ihre Familie verlassen und Mönch werden. Auf diese Weise könnten sie die buddhistischen Gebote in die Praxis umsetzen. Daher gehen die Knaben im Alter von sieben oder acht Jahren ins Kloster und kehren erst im Alter von 20 Jahren ins weltliche Leben zurück. Erst dann dürfen sie heiraten. Die Touristen können in jedem Dai-Dorf buddhistische Stupas mit einer hohen Spitze und junge und ältere Mönche, die die Kasaya (eine Mönchskutte) tragen, sehen. Die Dai können gut singen und tanzen. Ihre Tanzbewegungen sind zumeist eine Nachahmung von Tierbewegungen. Die Touristen können sich den von ihnen aufgeführten Pfautanz und den Tanz mit Begleitung von elefantenfußförmigen Trommeln ansehen, während sie die typischen örtlichen Speisen - in Bambusrohren gekochter Reis und in Bananenblättern gedämpftes Fleisch - probieren. Wenn sie ein Souvenir haben möchten, können sie buntbemalte Holzschiffchen, manuell gewebten Dai-Brokat oder Flechtarbeiten aus Bambus kaufen. Das Wasserfest, das Neujahr der Dai-Nationalität, dauert vom 13. bis zum 15. April nach dem Dai-Kalender. Die Dai betrachten das Wasser als Gott für alle Lebewesen und ein Symbol für alle Reinheit, Schönheit und Erhabenheit. Deshalb bespritzen sie sich am Jahresbeginn gegenseitig mit Wasser, um gegenseitig Glück und Segen zu spenden. Wer am meisten bespritzt wird, der bekommt am meisten Segen. Während des Wasserfestes werden Drachenboot-Regatten und Tanz- und Gesangsvorführungen veranstaltet und Feuerwerk abgebrannt. In der Provinz Guizhou, einer Nachbarprovinz von Yunnan, lebt die Miao-Nationalität. Die Maio wohnen in "Pfahlhäusern", die am Berghang gebaut wurden. Von vorne betrachtet, sind diese Häuser ein Pfahlbau, von hinten gesehen, ein ebenerdiger Holzbau. Das Erdgeschoß dient als Lager für Reisig und Stall für Haustiere und das erste Stockwerk als Wohnraum. Die Dörfer sind von grünen Bäumen und Terrassenfeldern umgeben. Die Männer der Miao-Nationalität tragen einen Turban und eine kragenlose Kleidung mit weiten Ärmeln und Hosenbeinen. Um ihre Hüfte ist ein Band gebunden. Im Winter tragen sie Wickelgamaschen. Die Frauen tragen ein Kopftuch und einen schwarzen plissierten Rock mit blauen Streifen. Ihre Haare sind zu einem Knoten gebunden, an der Hüfte haben sie einen bunten Gürtel umgeschnallt. An frohen Festtagen behängen sie sich am Kopf, an den Gelenken, vor der Brust und auf dem Rücken mit glitzerndem Silberschmuck. Er wiegt mehrere Pfund und klingt beim Gehen. Wenn Touristen ein Miao-Dorf besuchen, werden sie schon am Bergfuß von den gastfreundlichen Dorfbewohnern begrüßt. Die Miao-Männer stehen am Berghang und blasen die Kusheng (Blasinstrument aus Bambus), während die Miao-Frauen, festlich gekleidet, tanzend und singend den Gästen Wein in Rinderhörnern anbieten. Auf dem Weg zum Dorf wird den Gästen immer wieder Wein "eingeflößt". Dann wird auf einem flachen Platz im Dorf für sie Gesang und Tanz aufgeführt. Danach werden die Gäste zum Essen und Weintrinken bei einer Familie eingeladen. Der Hauswirt serviert ihnen Sauerkraut, saueren Fisch und saure Suppe sowie den hausgemachten Reisschnaps. Ferner malt er ihnen auf dem Gesicht ein glückverheißendes Pünktchen und lädt sie zum Tanz ein. Das begeistert sie sehr. Manchmal führt die Miao extra für die Gäste den Rinderkampf, der normalerweise nur an Festtagen stattfindet, auf. Der Rinderkampf der Miao unterscheidet sich von dem Stierkampf der Spanier. Zwei große und kräftige Bullen kämpfen miteinander, bis sie sich den Kopf blutig gestoßen haben. Der Rinderkampf ist atemberaubend. Die Batik, Stickerei und Kreuzstickerei der Miao-Frauen sind traditionelle Kunsthandwerke mit einer langen Gesichte. Sie zeichnen sich durch eigenartige Muster und Farben aus und können als Kleidungsstoff oder Dekoration dienen. Die Touristen können zusehen, wie diese Kunsthandwerke hergestellt werden. Manchmal machen sie auch mit. Diese Kunsthandwerke sind Souvenirs, die die Touristen nicht aus der Hand geben wollen. Die Mongolen, die auf dem nordchinesischen Steppenland leben, zeigen eine andere Sitte. Das Steppenland ist weit ausgedehnt und von Weidegras bewachsen. Dort weiden zahlreiche Herden von Rindern und Schafen und galoppieren Pferde. Hier und da liegen mongolische Jurten, in denen die Mongolen wohnen. Diese beweglichen, runden Behausungen mit einer Kuppel sind mit Holzstangen und Weidenruten aufgeschlagen und mit einer dicken Filzdecke aus Schafwolle bedeckt. Sie können vor Sonne, Regen, Sturm und Schnee schützen. Die Mongolen, ob alt oder jung, Männer oder Frauen, sind alle mit einer weiten Robe mit langen Ärmeln und hohem Kragen bekleidet. Sie ist aus Seide verschiedener Farben. Die Männer ziehen Blau und Braun, die Frauen hingegen Rot, Grün oder Violett vor. Die Männer haben auf einen bunten Turban. Sie tragen alle einen Stiefel, um ihre Hüfte ist ein Band gebunden. An Festtagen oder beim Besuch von Verwandten und Freunden schmücken sich Frauen mit Perlen, Gold, Silber, Achat und anderen Edelsteinen. Die Touristen, die die Steppen der Inneren Mongolei besuchen, können in Jurten mit modernen Sanitäranlagen absteigen. Sie können Tee mit Milch trinken und Hammel- und Rindfleisch essen, indem sie es mit einem kleinen Messer Stück für Stück abschneiden. Wer einen tüchtigen Stiefel vertragen kann, der ist besonders beliebt.

Die Wirtin trägt eine Weinkanne und schenkt den Gästen ein Glas Wein nach dem anderen ein. Die Touristen können sich auf der Steppe den mongolischen Gesang und Tanz ansehen, dem Spiel mit mongolischer Geige mit Pferdekopfzier zuhören und das Pferde- oder ein Kamel reiten, mit Pfeil und Bogen schießen oder einen Ochsenwagen, der in der Lokalsprache "Le Le Che" heißt, lenken. Wenn man am Abend auf der Steppe liegt und die Sterne am Himmel betrachtet, hat man das Gefühl, mit dem Himmel zu verschmelzen. Die Uiguren, die in Xinjiang, Nordwestchina, leben, sind eine sehr interessante Minderheit. Ihre Tracht ist schön und vielfältig. Die Männer tragen über dem Hemd einen Kopflosen, bis an die Knie reichenden Rock. Um ihre Hüfte ist ein langes Band gebunden, in das kleine Gegenstände gesteckt werden können. Die Frauen tragen einen farbenprächtigen, kragenlosen Pullover mit einer Weste. Die Uiguren haben gern eine bestickte, vierkantige Mütze auf und tragen Stiefel. Die Frauen sind schön geschminkt und schmücken sich gern mit Schmuck und einem bedruckten Kopftuch. Unverheiratet Frauen und Mädchen haben sieben, acht oder über zehn Zöpfe. Je länger die Zöpfe sind, desto schöner sind sie in ihren Augen. Die Uiguren wohnen in ebenerdigen Lehmhäusern mit einem flachen Dach, auf dem man sich kühlen oder Getreide trocknen kann. Im Schlafzimmer gibt es einen Kang (aus Ziegeln gemauerte heizbare Schlafbank) und mit verschiedenen Mustern verzierte Wandschränke. An den Wänden hängen Wandteppiche. Im Hof wachsen Blumen, Gräser und Obstbäume. Die Uiguren sind sehr gastfreundlich. Gastgeber und Gäste sitzen in einem Kreis auf dem Kang, auf der Kang-Decke liegen verschiedene Früchte und andere Speisen. Wenn die Gäste zu einem Essen eingeladen werden, werden typische uigurische Speisen wie ein geröstetes, ganzes Schaf, "Zhua Fan" (Reiß mit Hammelfleisch, Möhren und Rosinen, den man mit der Hand isst) und Nang (salziger Pfannkuchen) serviert. Kashgar ist eine kleine, von ausländischen Touristen viel besuchte Grenzstadt in Xinjiang. Sie ist eine Siedlung von Uiguren. Der Sonntagsmarkt in Kashgar ist der größte Bauernmarkt in Xinjiang. Er ist besonders voll, da hier alle Leute von nah und fern zum Kaufen, Verkaufen oder Gucken kommen. Auf dem Basar werden verschiedene einheimische Produkte, große wie kleine Tiere, darunter auch Pferde und Kamele, Obst und Gemüse angeboten. Die Touristen können mit den Verkäufern um den Preis feilschen. Sie kaufen besonders gern uigurische bestickte Mützen, Yengisar-Messer und Eidlis-Seide als Souvenirs. Unter den zahlreichen nationalen Minderheiten sind die Mosuo am geheimnisvollsten. Bei ihnen sind Spuren einer matriarchalischen Clangesellschaft zu erkennen. Sie konzentrieren sich um den Lugu-See, der an der Grenze zwischen Sichuan und Yunnan liegt. Das Gebiet ist für ausländische Touristen zugänglich. Bei den Mosuo ist es üblich, den "A Zhus" (Ehepartner) frei zu wählen. Es gibt sowohl langfristige als auch kurzfristige "A Zhu". Die jungen Männer und Frauen, die eine "A Zhus" Beziehung angeknüpft haben, wohnen jeweils bei ihren Müttern. Der männliche "A Zhu" übernachtet bei der weiblichen "A Zhu" und kehrt bei der Morgendämmerung zu seiner Mutter zurück. Die von ihnen gezeugten Kinder werden von der weiblichen "A Zhu" gepflegt und großgezogen. In jeder Familie sind die Frauen für die Produktion und die Finanzangelegenheiten verantwortlich. Die männlichen "A Zhu", die bei ihren Müttern leben, sind untergeordnet. Historiker und Soziologen bezeichnen diese Erscheinung als "lebendes Fossil der primitiven Eheschließung". Die Wohnhäuser der Mosou sind aus aufeinandergeschichtetem Rundholz gebaut. Man nennt sie "Holzkräfige". Sie haben einen äußeren und einen inneren Teil. In der Mitte ist der Hauptraum. Im Erdgeschoß befindet sich der Stall, im ersten Stockwerk gibt es eine Gebetstube im Stil des Lamismus, zu dem sich die Mosuo bekennen. Der übrige Raum ist mit Brettern in mehrere kleine Schlafzimmer geteilt, in denen es jeweils eine Feuerstelle zum Heizen und Bettzeug gibt. Die jungen und mittelaltrigen Frauen haben ihr eigenes Zimmer.

 

 



 

 
   
 
 
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